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Informationen
rund um die Narkose

Verhaltensregeln hinsichtlich einer Narkose

Bitte beachten Sie die hier aufgeführten Verhaltensregeln. Damit können Sie einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der geplanten Operation leisten.

Vor der Narkose

  • Lesen Sie bitte den Ihnen ausgehändigten Narkoseaufklärungsbogen durch und bringen Sie diesen ausgefüllt zum OP-Termin mit.
  • Bringen Sie, falls vorhanden, weitere Unterlagen zum OP-Termin mit, die Auskunft über Ihre Medikation oder Vorerkrankungen enthalten.
  • Bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit.
  • Bis 6 Stunden vor geplantem Narkosebeginn dürfen Sie essen.
  • Bis 2 Stunden vor geplantem Narkosebeginn dürfen Sie klare Flüssigkeiten (keine Milch!) trinken.
  • Ihre Morgenmedikation können Sie mit etwas Wasser einnehmen.

Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, dürfen Sie mit Ausnahme der blutverdünnenden Mittel (beispielsweise Plavix©, Iscover©, Xarelto©, Clopidogrel©, Marcumar© oder Ähnliche) auch am OP-Tag einnehmen. ASS 100mg darf in Rücksprache mit Ihrem Operateur in der Regel weiter eingenommen werden. Falls Sie Insulin spritzen, sollte die abendliche Dosis um 50% reduziert und die morgendliche ganz weggelassen werden.

Nach der Narkose

Nach erfolgter Operation verweilen Sie je nach Eingriff 30 bis 90 min. im Aufwachbereich, bis die Entlasskriterien erfüllt sind. Medikamente, die im Rahmen der Vollnarkose verabreicht werden, können Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie dürfen 24 Stunden lang nicht selbst Auto fahren und keine Maschinen bedienen. Eine Abholung und Betreuung durch einen Erwachsenen muss gewährleistet sein.

Aufklärungsgespräch für die Narkose

Bei Ihnen oder bei Ihrem Kind ist ein ambulanter chirurgischer Eingriff vorgesehen. Sie haben sich von Ihrem Operateur bereits über die geplante Operation aufklären lassen. Wir möchten Sie nun im Folgenden über die für den Eingriff erforderliche anästhesiologische Betreuung, über gängige Narkoseverfahren und über die jeweiligen Besonderheiten informieren.

Vor jedem Eingriff, der eine Narkose erforderlich macht, werden wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen. Wir führen ein persönliches Gespräch mit Ihnen und untersuchen Sie anschließend, um das für Sie am besten geeignete Vorgehen festzulegen. Wir berücksichtigen dabei die operativen Erfordernisse sowie die eventuell vorhandenen gesundheitlichen Besonderheiten.

Durchführung der Narkose

Je nach Art des Eingriffs ist die Schmerzausschaltung in Form einer Regionalanästhesie (Betäubung von Nerven, die eine bestimmte Körperregion versorgen) oder als Vollnarkose möglich. In bestimmten Fällen ist auch eine Kombination der beiden Verfahren sinnvoll.

Unter Vollnarkose versteht man ein Verfahren, bei dem durch die Verabreichung von spezifischen Medikamenten die Ausschaltung von Bewusstsein und Schmerzwahrnehmung erreicht wird. Bei uns eingesetzte moderne Verfahren der Allgemeinanästhesie sind insgesamt sehr gut verträglich. Während Sie schlafen, überwachen wir alle wichtigen Körperfunktionen und ermöglichen Ihnen den bestmöglichen Komfort.

Moderne Anästhesieverfahren sind gut steuerbar. Durch den Einsatz von speziellen Messverfahren (BIS) lässt sich die Narkosetiefe genau bestimmen und auf die Minute genau steuern. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Narkoseformen erhalten Sie im nächsten Abschnitt.

Unterschiedliche Narkoseformen

Analgosedierung

Unter Analgosedierung versteht man eine besondere Form der Dämpfung von Wahrnehmung von Schmerzen und äußeren unangenehmen Reizen. Dabei werden ähnliche Medikamente wie im Rahmen der Vollnarkose, jedoch in einer geringeren Dosierung, ggf. wiederholt verabreicht. Eine komplette Ausschaltung von Bewusstsein und Schmerzwahrnehmung wird dabei nicht erreicht. Hier handelt es sich um eine besondere Form der Schmerzreduktion, die für wenig schmerzhafte Eingriffe und nur für eine kleine Patientengruppe in Frage kommt.

Totale intravenöse Anästhesie (TIVA)

Die totale intravenöse Anästhesie ist ein modernes und inzwischen sehr gut etabliertes Verfahren der Allgemeinanästhesie. Dabei werden starke Schmerzmittel und ein Schlafmittel kontinuierlich in eine in der Vene platzierte Infusionsnadel verabreicht. Auf die Anwendung von einem Narkosegas wird komplett verzichtet.

Das Verfahren zeichnet sich durch ein angenehmes Einschlafen und Aufwachen aus. Die Rate der im Rahmen einer Vollnarkose möglichen Komplikationen wie Übelkeit oder Erbrechen ist sehr gering. Durch die Messung der Narkosetiefe (BIS) ist ein genaues Steuern der Medikamentendosierung möglich. Dadurch wird eine schnelle Ein- und Ausleitung der Narkose erreicht. Ein zu tiefer oder zu flacher Schlaf wird somit vermieden.

Balancierte Anästhesie (Gasnarkose)

Die Gasnarkose ist ein ebenfalls gängiges und seit vielen Jahrzenten praktiziertes Verfahren der Allgemeinanästhesie. Dabei wird ähnlich wie bei einer TIVA ein starkes Schmerzmittel und ein Schlafmittel in die Vene verabreicht. Die Aufrechterhaltung der Narkose wird jedoch durch ein Beimischen eines Narkosegases in die Atemluft des Patienten erreicht.

Wir verwenden ausschließlich moderne Narkosegase, allen voran das sogenannte Sevofluran. Je nach Art des Eingriffs und in Abhängigkeit von Ihren eventuell vorhandenen Vorerkrankungen setzen wir das für Sie am besten geeignete Narkosegas ein. All diese Substanzen sind insgesamt gut verträglich und können in der Regel auch für längere Eingriffe gut zum Einsatz kommen. Wie die meisten Medikamente werden diese Substanzen im Körper in der Leber verstoffwechselt. Für bestimmte Personen, vor allem dann, wenn eine eingeschränkte Stoffwechselleistung der Leber im Alter oder aufgrund einer Vorerkrankung vorliegt, kann eine besondere Infusions-Vorbehandlung vor dem geplanten Eingriff sowie danach im Rahmen einer Leberunterstützung sinnvoll sein.

Regionale Anästhesieverfahren

Je nach Art des vorgesehenen Eingriffs kann auch eine Regionalanästhesie allein oder in Kombination mit einer Vollnarkose erfolgen. Typische Formen der Regionalanästhesie sind die Betäubung der Nerven...

  • im Bereich des Arms:
    • Interskalenäre oder axilläre Plexusblockade
    • Blockade einzelner Nerven der Hand
    • sogenannter Handblock
  • im Bereich des Beins:
    • Spinalanästhesie (sogenannte Rückenmarksanästhesie)
    • Blockade einzelner Nerven wie beispielsweise des Nervus femoralis, Nervus ischiadicus oder Nervus inguinalis
  • im Bereich des Auges, speziell bei Augenoperationen (etwa grauer Star) mithilfe einer retro- bzw. peribulbären Anästhesie

Besonderheiten der Narkose bei Kindern

Wenn ein Kind operiert werden soll, ist dies immer eine besondere Situation sowohl für das Kind selbst als auch für die Eltern. Wir verstehen, dass es bei Ihnen oder bei Ihrem Kind Angst und Unbehagen auslösen kann. Deshalb kümmern wir uns um die kleinen Patienten besonders intensiv und setzen alle Sicherheitsstandards konsequent um. Wir haben langjährige Erfahrungen in der Behandlung von Kindern (auch von kleineren Kindern) und setzen in der Kinderanästhesie erfahrene Anästhesie- und Kinderfachkrankenschwestern ein.

Bei Kindernarkosen bieten wir an, dass ein Elternteil das Kind bis zum Einschlafen in den OP-Saal begleiten kann. So entstehen keine Trennungsängste und Ihrem Kind wird das Einschlafen erleichtert.

Je nach Situation und nach seelischer Verfassung des Kindes kann die Narkose per intravenöser Injektion von Medikamenten oder über eine Gesichtsmaske eingeleitet werden.

Intravenöse Einleitung

Hierbei wird auf die Haut ein spezielles "Zauberpflaster" aufgeklebt, welches eine Mischung von Lokalanästhetika enthält, die die Haut so gut betäubt, dass der Einstich der Infusionsnadel von Ihrem Kind nicht mehr als schmerzhaft empfunden wird. Der Vorteil der Einleitung einer Narkose über intravenös verabreichte Medikamente ist, dass die Kinder nach der Operation in der Regel ruhiger und entspannter aufwachen und oftmals schneller wieder auf die Beine kommen, sodass Ihr Kind schneller in Ihre Obhut nach Hause entlassen werden kann.

Einleitung per Gesichtsmaske

Die Maskeneinleitung wird vor allem bei sehr ängstlichen Kindern eingesetzt, die die Anlage einer Infusionsnadel nicht tolerieren. Hierbei wird ein Narkosegas-Sauerstoffgemisch über eine dichtsitzende Atemmaske verabreicht. Dabei atmet das Kind 10–20 Mal das Gemisch über die Gesichtsmaske ein, bis ein tiefer Schlaf eintritt. Dadurch kann dem Kind die mit der Punktion der Vene verbundene seelische Belastung bei erhaltenem Bewusstsein erspart werden. Die Anlage der dennoch notwendigen Infusionsnadel erfolgt erst dann, wenn Ihr Kind schläft. Nach der Narkose kann es im Rahmen des Aufwachens zu einer Phase starker Unruhe kommen, die allerdings meist innerhalb einer Stunde überwunden ist.

Beruhigungsmittel im Vorfeld

In aller Regel verzichten wir auf die Gabe von Beruhigungsmitteln im Vorfeld der Narkose. In den Säften, die für Kinder zur Verfügung stehen, sind lang wirksame Substanzen enthalten, welche Ihr Kind für mehrere Stunden stark beeinträchtigen können. Entsprechend wäre Ihr Kind für mehrere Stunden überwachungspflichtig. Das ist zum einen weder für Kind noch Eltern angenehm, zum anderen sind die Strukturen im ambulanten Bereich nicht immer für solch lange Überwachungszeiten ausgelegt.

Postoperative Betreuung

Unmittelbar nach erfolgtem Eingriff übernehmen wir Ihre Betreuung in einem speziell dafür eingerichteten Aufwachraum. Dabei werden Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung kontinuierlich erfasst. Sollten Schmerzen oder andere Unannehmlichkeiten auftreten, werden diese sofort behandelt.

Kurze Zeit später (in der Regel innerhalb von zwei Stunden) werden Sie sich wohl genug fühlen, um nach einer Kontrolle durch den Operateur und den Narkosearzt in Begleitung Ihrer Angehörigen den Nachhauseweg anzutreten.

Informationen für Hausärzte

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!

Ihr Patient benötigt einen ambulanten chirurgischen Eingriff und wird perioperativ anästhesiologisch von uns betreut. In der Regel handelt es sich dabei um kleinere Operationen. Diese können auch bei Patienten mit gut kompensierten und stabil eingestellten chronischen Erkrankungen sehr sicher durchgeführt werden.

Bei gesunden Patienten mit unauffälliger Anamnese kann, der aktuellen gemeinsamen Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie entsprechend, auf weiterführende Labor-, Röntgen- und EKG-Diagnostik verzichtet werden.

Sollten bei Ihren Patienten besondere Risiken oder Vorerkrankungen vorliegen, zögern Sie bitte nicht, mit uns in Kontakt zu treten.

Weitere Informationen als PDF-Dateien zum Download stehen Ihnen hier zur Verfügung: